Internet über das Fernsehkabel

Liess sich vor ein paar Jahren noch über das TV-Kabel lediglich Fernsehen und Radio empfangen, gibt es in Deutschland nun einige Anbieter, die über das TV-Kabel zusätzlich zum Fernsehen auch Telefon und Internet anbieten.
Das Angebot ist unter dem Namen Triple Play bekannt wird seit dem Jahre 2005 so genannt. Gemeint ist damit, dass die drei Dienste Fernsehen (Kabelfernsehen), Internet und Telefonie gebündelt angeboten werden. Manche Anbieter integrieren sogar noch Mobilfunkdienste in dieses Paket, das Quadrupel Play oder einfach auch nur Quad Play genannt wird. Umgangssprachlich wird das Internet über das Fernsehkabel oftmals als Kabel-DSL bezeichnet. Technisch gesehen sind DSL und Internet über das TV-Kabel zwei vollkommen unterschiedliche Technologien.

Durch das Auftreten der Triple Play Anbieter ist auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt erstmalig ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Breitbandinternet aufgetreten und die Endverbraucher profitieren von dem damit verbundenen Netzausbau.
Bereits seit den 90iger Jahren bauen deutsche Kabelfernsehanbieter ihre Netze für die Kombination von Kabel TV mit Internet und Telefon aus. Aufgrund der ehemalig schwierigen Eigentumsverhältnisse der Kabelnetze, die sich damals im alleinigen Besitz der Telekom beziehungsweise der Post befanden, wird das Netz allerdings erst in den letzten Jahren kontinuierlich weiter ausgebaut. War das frühere Kabelnetz nur für den normalen TV- und Radio Empfang vorgesehen, so bietet das neue Netz nun neben klassischem Fernsehen auch Internetanbindungen und Telefonie durch die Verfügbarkeit IP basierter Zugänge an.

Kabelinternetanbieter vergleichen

Dadurch, dass die verschiedenen Provider nur in den zuvor genannten Gebieten tätig sind, ist eine Auswahl mit Preisvergleich nicht möglich. Man ist an den Anbieter gebunden, der am Wohnort verfügbar ist. Allerdings bietet jeder Provider unterschiedliche Pakete an, die sich hinsichtlich ihrer Leistung, Geschwindigkeit und oftmals auch Vertragsdauer voneinander unterscheiden. Auch ist meistens die Möglichkeit vorhanden, einen Fernsehanschluss vom Angebot auszugrenzen und abschalten zu lassen. Hier sollte der Interessent zuvor seinen eigenen Bedarf ermitteln.
Wird beispielsweise viel telefoniert, bieten sich Telefon Flatrates an. Zu beachten ist, dass die Standard-Angebote normalerweise nur einen klassischen analogen Telefonanschluss enthalten. Will man ISDN mit zwei Leitungen nutzen, so muss man dazu zusätzlich ein spezielles Paket buchen. Neben dem „normalen“ TV Anschluss bieten einige Provider auch Pay-TV Kanäle an. Oftmals kann man dabei unter verschiedenen Themenschwerpunkten wählen. Wie zum Beispiel Sport, Dokus oder Tierfilme.

Verfügbarkeit von Kabelinternet

Voraussetzung zur Nutzung von eines Internetanschluss über das TV-Kabel ist lediglich, dass ein modernes Kabelnetz vorhanden ist. Bereits 60 % aller deutschen Haushalte sind an ein modernes Kabelnetz angeschlossen und können somit auch Telefon und Internet über dieses Kabel beziehen. Ob man nun zu Hause bereits an das neue Netz angeschlossen ist, welches über einen Rückkanal verfügt und nur dann die Möglichkeit bietet, Internet und Telefon über das TV-Kabel zu beziehen, kann man online mit unserem Verfügbarkeitscheck prüfen. Nach Eingabe der Adresse wird sofort angezeigt, ob ein Empfang möglich ist. Sollte noch kein Verstärker mit Rückkanal verbaut sein, erhalten sie vom Kabelinternet Anbieter in der Regel einen kostenlosen Austausch der veralteten Hardware.

Sollte ein Anschluss vorhanden sein, muss noch bedacht werden, dass nicht jede Wohnung oder jedes Haus auch mit dem passenden Verteiler und den notwendigen Dosen ausgestattet ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so beauftragt der Kabelnetzbetreiber ein Partnerunternehmen welches den Austausch der Hardware durchführt. Dies ist in der Regel eine Serviceleistung wird dem Kunden nicht berechnet!

Wohnt man zur Miete so hat der Haueigentümer/Vermieter ein Mitspracherecht wenn Geräte oder Dosen ausgetauscht werden müssen. Um die Installation nicht unnötig zu verzögern macht es Sinn sich die Erlaubnis des Vermieters im Vorfeld schriftlich geben zu lassen. Spielt dieser nicht mit und lässt den Anschluss nicht in das Haus oder die Wohnung legen, kann man auch kein Kabelinternet beziehen.

Der Unterschied zwischen Kabelinternet und DSL

DSL ist in Deutschland noch immer die am meisten genutzte Verbindungsart zum Internet. Dies ist allerdings nicht der Technik oder der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit zu verdanken, sondern liegt alleine an der Geschichte des Breitbandnetzes in Deutschland. Erst seit Kurzem kann und wird ein neues und modernes Kabelnetz ausgebaut, sodass Kabelinternet in der Gunst der Kunden steigt und somit eine ernsthafte Konkurrenz zu DSL ist. Mit Fortschreiten des Ausbaus des Netzes wird auch die Zahl der Nutzer von schnellen Internetzugängen über das Fernsehkabel stetig zunehmen.
Die Geschwindigkeit des Kabelinternets ist mit 150 MBit/s im Downstream wohl konkurrenzlos. Allerdings stehen nicht in allen Gebieten die vollen 150 MBit/s zur Verfügung. Im Gegensatz zum Angebot der DSL-Provider erhalten sie die vom Kabelnetzbetreiber für das Kabelinternet zugesagte Geschwindigkeit auch wirklich! Oftmals sind aber zu mindestens 30 MBit/s zu haben. Klassisches DSL liegt dabei ca. bei 16 Megabit pro Sekunde, mancherorts auch bei 32 Mbit/s.

Durch eine Nutzung des Internets über ein Breitband Kabel sind die Ping Zeiten kürzer als bei DSL. So ist für eine schnelle Datenübertragungsrate für das Senden und Empfangen von Daten nicht nur die MBit/s Zahl ausschlaggebend, sondern auch die Zeit, die zum Verbindungsaufbau benötigt wird. Die kürzeren Ping-Zeiten von Intenetverbindungen über das Kabelnetz machen diese Art der Internetverbindung auch für Computerspieler interessant.

Kabelinternet bietet sich ebenso für Kunden an, die über keinen Telefonanschluss verfügen oder diese nicht benötigen. Anders als DSL ist Kabelinternet nicht von einem vorhandenen Telefonanschluss abhängig. Die Daten von werden über das Kabelfernsehnetz gesendet. Die in der Regel als Glasfaserleitung oder Coaxialkabel vorhandenen Breitbandkabel sind rückkanalfähig, anders als bei denen für das Telefonnetz benutzen alten Kupfer Doppelleitungen.
Des weiteren funktioniert der Internetzugang über Kabel als Standleitung. D. h., der Nutzer bleibt nach Einschalten der Hardware ständig online. Dieses kann bei DSL nur mit einer komplizierten und zeitaufwendigen Router Einstellungen erreicht werden. Der Wechsel der IP-Adresse kann trotzdem durch ein längeres Ausschalten des Kabelmodem erzwungen werden.

Kabelinternet selber installieren

Wenn die technischen Vorraussetzungen im Haus bereit gegeben sind, ist es kein Problem die nötige Hardware für den schnellen Internetanschluss in Eigenleistung zu installieren.

Die Vorteile von Kabelinternet

Die Vorteile von Internet über das Fernsehkabel für den Endverbraucher liegen auf der Hand: Die Abrechnung und der Service des Internets sowie von TV und Telefon kommen aus einer Hand, man hat somit nur einen einzigen Ansprechpartner.
Kabelinternet punktet aber nicht nur mit seiner konkurrenzlosen Geschwindigkeit, sondern auch mit seinen unschlagbaren Preisen. Gerade die Triple Play Pakete liegen deutlich unter den Preisen von DSL mit Telefon, wobei bei DSL für einen TV-Anschluss ja immer noch extra gezahlt werden muss. Die meisten, wenn nicht sogar alle, Kabelinternet Anbieter bieten ihren Service auch unabhängig von der Freischaltung eines TV Anschlusses an. Wer das TV-Signal weiterhin über eine Satelitenschüssel empfangen möchte, bucht das TV-Paket einfach nicht hinzu und muss somit lediglich für Internet und Telefonie bezahlen. Pakete ohne TV-Empfang sind deutlich günstiger!

Telefonie über den Kabelanschluss

Beim Voice over Cable (VoC oder auch Kabeltelefonie bezeichnet) handelt es sich um eine Variante der IP-Telefonie (VoIP), bei der der Telefonzugang über ein Breitbandkabelnetz eines bestehenden Kabelfernsehnetzes geschaffen wird. Wie bei der IP-Telefonie wird dabei die Sprache nicht über ein herkömmliches Telefonnetz, sondern über ein IP basiertes Protokoll, übertragen.
Für die schnelle Übertragung muss dazu der Kunde über ein Kabelmodem verfügen. An dieses Modem kann über einen analog Telefon Adapter ein normales analoges Telefon angeschlossen werden.
Seit 2008 ist auch ISDN mit zwei Amtsleitungen über Kabel erhältlich. Allerdings handelt es sich hierbei um kein echtes ISDN, sondern nur um ein sogenanntes „ISDN Merkmal“. ISDN Protokolle mit einer 1 zu 1 Übertragung wie bei Fax- und Datendiensten funktionieren hierbei nicht.
Mit Voice over Cable sind selbstverständlich auch Notrufe wie auch eine Ortung und Ortsübertragung des Notrufenden möglich. Somit entspricht VoC den Vorgaben des deutschen Telekommunikations Gesetzes. Im Gegensatz zum normalen Telefonfestnetz oder im ISDN-Netz fällt bei Voice over Cable bei Stromausfall das Telefonnetz komplett aus und es sind keine Anrufe, auch keine Notrufe, möglich.

Technische Voraussetzungen

Wie bereits zuvor beschrieben, ist die wohl wichtigste Voraussetzung für das Internet und Telefon über das Fernsehkabel ein rückkanalfähiges TV-Kabel im Wohngebiet. Dieses muss nicht nur an der Straße liegen, sondern auch ins Haus verlegt sein. Dazu muss der Kabelverteiler im Kabelnetz des Hauses ebenso rückkanalfähig sein. Für eine Neuinstallation benötigen Mieter die Zustimmung ihres Vermieters. Die alte herkömmliche Dose muss gegen eine sogenannte Multimedia Dose ausgetauscht werden. In einigen Fällen ist diese bereits vorhanden. Erkennen kann man die neuen Dosen daran, dass anstatt der bisherigen zwei verschiedenen Anschlüsse (für TV und Radio) die Multimedia Dose zusätzlich um einen dritten Anschluss für das Internet erweitert ist. Zusätzlich wird noch entsprechende Hardware in Form eines Modems benötigt. Der Computer wird dann mittels eines Netzwerkkabels, eines USB-Kabels oder mittels eines W-Lan Routers mit dem Kabelmodem verbunden.

Die Notwendige Hardware wie etwa das Kabelmodem oder ein Router sind in der Regel Bestandteil des Vertrags und werden vom Provider zur Verfügung gestellt. Bei Unitymedia erhält der Kunde beispielsweise kostenlos eine Fritz!Box gestellt.

Für den TV-Zugang beziehungsweise den Empfang von digitalen Programmen sind spezielle Receiver vonnöten, die mit entsprechenden Karten freigeschaltet werden können. Gegen Aufpreis werden auch HD- und aufnahmefähige Rekorder angeboten.
Das analoge Telefon wird über einen Adapter für analoge Telefone an das Kabelmodem angeschlossen. Für ISDN Geräte befinden sich verschiedene Anschlussmöglichkeiten gleich am Kabelrouter (dazu muss allerdings extra ein ISDN Dienst bestellt worden sein).

Die notwendige Hardware wird in der Regel vom Provider kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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